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Aktualisiert für das Steuerjahr 2026
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Mindestlohn Schweiz 2026

Die Schweiz kennt keinen nationalen Mindestlohn, aber fünf Kantone haben eigene Mindestlöhne eingeführt. Hier finden Sie alle aktuellen Sätze, GAV-Referenzwerte und den Nettolohn-Rechner.

Kantonale Mindestlöhne 2026

CHF 24,32

Genf /Stunde

CHF 21,09

Neuenburg /Stunde

CHF 21,40

Jura /Stunde

CHF 21,00

Basel-Stadt /Stunde

CHF 19,75

Tessin /Stunde

Schnellrechner: Mindestlohn in Jahres- und Monatslohn

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Monatslohn

Monatlicher Nettolohn

CHF 5 153.51

CHF 61 842.11 netto/JahrEffektiver Steuersatz: 22.70% auf Bruttolohn

Aufschlüsselung des Bruttolohns

Nettolohn: CHF 61 842.11 (77.3%)
Bundessteuer: CHF 944.21 (1.2%)
Kantons-/Gemeindesteuern: CHF 5 459.68 (6.8%)
Sozialabzüge: CHF 11 754.00 (14.7%)

Detaillierte Lohnabrechnung (jährlich)

PositionBetrag
Bruttolohn (jährlich)CHF 80 000.00
AHV/IV/EO (5,3%)- CHF 4 240.00
ALV (1,1%)- CHF 880.00
NBU (1,6%)- CHF 1 280.00
BVG (Pensionskasse)- CHF 5 354.00
Total Sozialabzüge- CHF 11 754.00
Bundessteuer- CHF 944.21
Kantonssteuer- CHF 3 275.81
Gemeindesteuer- CHF 2 183.87
Total Steuern- CHF 6 403.89
NETTOLOHN JÄHRLICHCHF 61 842.11
Nettolohn monatlich (auf 12 Monate)CHF 5 153.51

Zusätzliche Informationen

Arbeitgeberkosten
CHF 90 874.00
Gesamtkosten für den Arbeitgeber
BVG-Beitrag
CHF 5 354.00
Jährlicher BVG-Beitrag Arbeitnehmer
Durchschnittssatz
22.70%
Effektiver Steuersatz
Grenzsteuersatz
17.40%
Steuer auf den letzten verdienten Franken

Mindestlohn in der Schweiz: Das System erklärt

Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern hat die Schweiz keinen nationalen Mindestlohn. Das Schweizer Lohnsystem basiert auf einem dreigliedrigen Ansatz: Sozialpartnerschaft und Gesamtarbeitsverträge (GAV), kantonale Mindestlöhne in ausgewählten Kantonen und individuelle Lohnverhandlung für alle übrigen Arbeitnehmer. Dieses dezentrale System hat historische Wurzeln und wird von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und der Bevölkerungsmehrheit als flexibler und effizienter angesehen als ein einheitlicher nationaler Mindestlohn.

Gesamtarbeitsverträge (GAV) als Mindestlohnersatz

GAV werden zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften einer Branche ausgehandelt und legen Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Ferienanspruch und weitere Arbeitsbedingungen fest. Rund 2 Millionen Arbeitnehmer (ca. 50% der Beschäftigten) sind in der Schweiz durch einen GAV gedeckt. Besonders wichtig sind der Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes (L-GAV), der GAV des Bauhauptgewerbes, der GAV der MEM-Industrie (Maschinen, Elektro, Metall) und der GAV des Detailhandels. Bei allgemeinverbindlich erklärten GAV gelten die Mindestlöhne für alle Arbeitnehmer der Branche, auch wenn der Arbeitgeber nicht dem Verband angehört.

Ein konkretes Beispiel: Der L-GAV des Gastgewerbes legt für 2026 folgende Mindestlöhne fest: Ungelernte Mitarbeitende CHF 3.582 brutto pro Monat (bei 42 Stunden/Woche), Mitarbeitende mit EFZ CHF 4.032 und Mitarbeitende mit höherer Ausbildung CHF 4.232. Diese Beträge gelten als absolutes Minimum, wobei die effektiven Löhne in der Praxis oft 5-15% höher liegen.

Kantonale Mindestlöhne im Detail

Genf (seit November 2020): CHF 24,32 pro Stunde, jährlich an den Konsumentenpreisindex indexiert. Der Genfer Mindestlohn ist mit Abstand der höchste weltweit. Er wurde durch eine Volksinitiative eingeführt und mit 58% der Stimmen angenommen. Ausnahmen gelten für landwirtschaftliche Arbeitnehmer und Arbeitnehmer unter 18 Jahren. Der hohe Satz erklärt sich durch die extrem hohen Lebenshaltungskosten in Genf, insbesondere die Mieten.

Neuenburg (seit 2017): CHF 21,09 pro Stunde. Neuenburg war der erste Schweizer Kanton mit einem gesetzlichen Mindestlohn, eingeführt nach einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung bis vor das Bundesgericht. Der Kanton hat sich bewusst für eine moderate Höhe entschieden, die über den meisten GAV-Mindestlöhnen der Region liegt, aber die lokale Wirtschaft nicht übermässig belastet.

Jura (seit 2018): CHF 21,40 pro Stunde. Der Kanton Jura führte seinen Mindestlohn nach dem Vorbild Neuenburgs ein. Er gilt für alle Arbeitnehmer mit Arbeitsort im Kanton, unabhängig vom Wohnsitz. Besondere Regelungen gelten für Praktikanten, Lernende und landwirtschaftliche Betriebe.

Basel-Stadt (seit 2022): CHF 21,00 pro Stunde. Die Einführung erfolgte nach einer Volksabstimmung im Juni 2021, bei der 69% der Stimmen dafür ausfielen. Basel-Stadt hat aufgrund seiner Grenzlage zu Deutschland und Frankreich eine besondere Arbeitsmarktsituation, da viele Grenzgänger im Kanton arbeiten.

Tessin (seit 2021): CHF 19,75 pro Stunde (differenziert nach Branchen). Der Tessiner Mindestlohn ist als gestaffeltes System konzipiert: In Branchen mit allgemeinverbindlichem GAV gilt der GAV-Mindestlohn, in Branchen ohne GAV der kantonale Mindestlohn. Die Höhe berücksichtigt das im Vergleich zur Deutschschweiz tiefere Lohnniveau im Tessin und den Wettbewerbsdruck durch die nahe italienische Grenze.

Die Volksinitiative von 2014

Am 18. Mai 2014 stimmte die Schweizer Bevölkerung über die Volksinitiative "Für den Schutz fairer Löhne" ab, die einen nationalen Mindestlohn von CHF 22 pro Stunde (CHF 4.000/Monat) forderte. Die Initiative wurde mit 76,3% der Stimmen und von allen 26 Kantonen abgelehnt. Die Gegner argumentierten, dass ein einheitlicher Mindestlohn die regionalen Unterschiede nicht berücksichtige, Arbeitsplätze gefährden und das bewährte Sozialpartnerschaftsmodell untergraben würde. Die deutliche Ablehnung zeigt, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung das dezentrale Lohnsystem bevorzugt.

Nettolohn beim Mindestlohn

Der Bruttomindestlohn allein sagt wenig über die tatsächliche Kaufkraft aus. Vom Bruttolohn werden AHV/IV/EO (5,3%), ALV (1,1%), BVG (je nach Alter 3,5-9%), NBU-Beitrag und Quellensteuer (für ausländische Arbeitnehmer) abgezogen. Beim Genfer Mindestlohn von CHF 4.426 brutto pro Monat ergibt sich nach allen Sozialabzügen ein Nettolohn von rund CHF 3.850 (ohne Quellensteuer). Für den Basler Mindestlohn von CHF 3.822 brutto ergibt sich netto rund CHF 3.340. Verwenden Sie unseren Brutto-Netto-Rechner oben für eine genaue Berechnung mit Ihren persönlichen Daten.

Lohnschutz für ausländische Arbeitnehmer

Die flankierenden Massnahmen (FlaM) zum Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU schützen vor Lohndumping. Entsandte Arbeitnehmer und Dienstleistungserbringer aus der EU müssen die Schweizer Lohn- und Arbeitsbedingungen einhalten. Die kantonalen tripartiten Kommissionen und paritätischen Kommissionen überwachen die Einhaltung. Bei Verstössen drohen Bussen, Dienstleistungssperren und Eintragung auf der öffentlich einsehbaren Sanktionsliste. Für Grenzgänger gelten die gleichen Mindestlohn-Vorschriften wie für inländische Arbeitnehmer.

Referenzlöhne Schweiz 2026

Kanton Stundenlohn Monatslohn (41,7h/Wo.) Jahreslohn (13 Mt.) Seit
Genf CHF 24,32 CHF 4.426 CHF 57.546 2020
Jura CHF 21,40 CHF 3.895 CHF 50.632 2018
Neuenburg CHF 21,09 CHF 3.838 CHF 49.893 2017
Basel-Stadt CHF 21,00 CHF 3.822 CHF 49.686 2022
Tessin CHF 19,75 CHF 3.594 CHF 46.723 2021

Monatslöhne auf Basis von 41,7 Wochenstunden (CH-Durchschnitt). Jahreslohn inkl. 13. Monatslohn. Stundenlöhne werden jährlich indexiert, die angegebenen Sätze sind Richtwerte für 2026.

Medianlohn nach Branche

Branche Medianlohn/Monat GAV-Mindestlohn (falls vorhanden)
Finanzdienstleistungen CHF 9.800 Kein allg. GAV
Informatik CHF 9.200 Kein allg. GAV
Pharma / Chemie CHF 8.900 Firmen-GAV
Baugewerbe CHF 6.300 CHF 5.243-6.140
Detailhandel CHF 5.200 CHF 3.800-4.200
Gastgewerbe CHF 4.600 CHF 3.582-4.232

Quelle: BFS, Schweizerische Lohnstrukturerhebung. Richtwerte für Vollzeitstellen. GAV-Mindestlöhne variieren je nach Qualifikation und Region.

Internationaler Vergleich: Mindestlöhne

Land Mindestlohn brutto/Monat Kaufkraftbereinigt (KKP)*
Genf (Schweiz) ~CHF 4.426 (~EUR 4.600) ~EUR 3.100
Luxemburg EUR 2.571 ~EUR 2.400
Deutschland EUR 2.054 ~EUR 2.100
Frankreich (SMIC) EUR 1.802 ~EUR 1.900
Belgien EUR 1.994 ~EUR 1.950

* KKP = Kaufkraftparität. Berücksichtigt die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten. Kaufkraftbereinigt liegt der Genfer Mindestlohn immer noch deutlich über dem europäischen Niveau, aber der Abstand ist kleiner als beim Nominalbetrag.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es einen nationalen Mindestlohn in der Schweiz?
Nein, die Schweiz hat keinen nationalen Mindestlohn. Die Volksinitiative für einen Mindestlohn von CHF 22/Stunde wurde 2014 mit 76,3% Nein-Stimmen abgelehnt. Stattdessen setzt die Schweiz auf branchenspezifische Gesamtarbeitsverträge (GAV) und kantonale Lösungen. Fünf Kantone haben bisher eigene Mindestlöhne eingeführt: Genf (seit 2020), Neuenburg (seit 2017), Jura (seit 2018), Basel-Stadt (seit 2022) und Tessin (seit 2021). Weitere Kantone diskutieren die Einführung, darunter Zürich und Waadt.
Wie hoch ist der Mindestlohn in Genf 2026?
Der Mindestlohn in Genf beträgt CHF 24,32 pro Stunde (jährlich an den Konsumentenpreisindex indexiert). Bei einer Vollzeitstelle mit 41,7 Stunden pro Woche entspricht dies rund CHF 4.426 brutto pro Monat oder CHF 53.112 pro Jahr (ohne 13. Monatslohn). Mit 13. Monatslohn ergibt sich ein Jahreslohn von CHF 57.546. Es ist der höchste gesetzliche Mindestlohn weltweit. Der Genfer Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmer mit Arbeitsort im Kanton Genf, unabhängig vom Wohnsitz.
Welche Branchen haben die höchsten GAV-Mindestlöhne?
Die höchsten branchenspezifischen Mindestlöhne (GAV) in der Schweiz finden sich im Bauhauptgewerbe (CHF 5.243-6.140/Monat je nach Qualifikation), in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (ab CHF 4.300/Monat), im Gastgewerbe (CHF 3.582-4.232/Monat je nach Ausbildung und Erfahrung), im Detailhandel (CHF 3.800-4.200/Monat bei großen Arbeitgebern) und in der Reinigungsbranche (CHF 19.80-23.50/Stunde). Insgesamt sind rund 50% der Schweizer Arbeitnehmer durch einen GAV abgedeckt.
Was passiert, wenn mein Lohn unter dem Mindestlohn liegt?
In Kantonen mit gesetzlichem Mindestlohn können Arbeitnehmer die Differenz zum Mindestlohn nachfordern. Die kantonalen Arbeitsinspektorate überwachen die Einhaltung und können Bussen verhängen. Bei GAV-Mindestlöhnen können die paritätischen Kommissionen Kontrollen durchführen und Nachzahlungen verfügen. In Kantonen ohne Mindestlohn gibt es keine gesetzliche Untergrenze, aber Löhne, die deutlich unter dem Branchenstandard liegen, können als sittenwidrig angefochten werden (Art. 322 OR in Verbindung mit Art. 20 OR).
Wie hoch ist der Durchschnittslohn in der Schweiz im Vergleich zum Mindestlohn?
Der Medianlohn in der Schweiz liegt bei rund CHF 6.788 brutto pro Monat (BFS-Daten 2024). Der Durchschnittslohn ist höher (ca. CHF 7.900), da er durch Spitzenverdiener nach oben gezogen wird. Der Genfer Mindestlohn von CHF 4.426/Monat liegt somit bei 65% des Medianlohns. Rund 10% der Vollzeitbeschäftigten in der Schweiz verdienen weniger als CHF 4.382 pro Monat (unteres Dezil). Branchen mit den tiefsten Löhnen sind Gastgewerbe (Median CHF 4.600), persönliche Dienstleistungen (CHF 4.800) und Detailhandel (CHF 5.200).

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